Das Reflexintegrationstraining (RIT) ist ein ganzheitliches Trainingsprogramm, was Kindern und Erwachsenen ermöglicht, bestimmte Entwicklungsschritte nochmal zu durchleben und/oder Teile nachzuholen.

Die Übungen dienen dazu, eine neuromotorische Nachreifung anzustoßen. Es werden vorhandene Nervenbahnen gestärkt und neue Verbindungen geknüpft. Hemmende Faktoren werden überflüssig und es entsteht eine sichere Basis. Das RIT unterstützt langanhaltend die Entwicklung der Kinder. Durch bilaterale Stimulationsmethoden wird dieser Entwicklungsprozess unterstützt.

Was sind eigentlich frühkindliche Reflexe?

Unter Reflex versteht man „eine unwillkürliche nicht bewusste Reaktion auf einen Reiz“ (Sieber, Queißer, S. 16, 2021). Die Entwicklung der frühkindlichen Reflexe beginnt bereits im Mutterleib ab der 5. Schwangerschaftswoche und begleitet das Baby, wenn es noch ungeboren ist, während der Geburt und besonders im ersten Lebensjahr. Frühkindliche Reflexe dienen neben einer Schutzfunktion auch der Stärkung der Muskulatur und der Reifung der Sinnesorgane.  Es handelt sich dabei um bestimmte Bewegungsmuster die durch visuelle, auditive, olfaktorische und taktile Reize oder Lageveränderungen ausgelöst werden können. Sie sind unteranderem dafür zuständig, dass ein Kind mit ca. einem Jahr stehen und laufen kann. Wenn die Aufgabe der einzelnen Reflexe im Rahmen der physiologischen Entwicklung abgeschlossen ist, wird der Reflex gehemmt und durch eine willkürliche Steuerung unseres Gehirns abgelöst. Dieser sollte dann nicht mehr aktiv sein. Warum aber trotzdem manche frühkindlichen Reflexe noch nicht vollständig gehemmt sind und so als Blockade in der Entwicklung des Kindes wirken können, kann unterschiedliche Ursachen haben, wie zum Beispiel:

  • Stress, Komplikationen in der Schwangerschaft
  • Kaiserschnitt, lange und/oder schwierige Geburt
  • viele Mittelohrentzündungen, häufige Krankheiten
  • vieles liegen auf dem Rücken, Bewegungsarmut des Kindes
  • Tragen eines Korrekturhelms bei einem Plattkopf
  • vieles Liegen im Maxicosi
  • KISS- Syndrom
  • uvm…

Im Folgenden finden Sie den RIT- Fragebogen als Download

Bei mehr als 7 Ja- Anworten ist es sinnvoll, durch die RIT-Trainerin testen zu lassen, ob noch Reflexe aktiv sind. Diese können für die Lern- und Verhaltensprobleme Ihres Kindes verantwortlich sein. Dies kann auch gemeinsam mit der Lehrkraft erfolgen.

So läuft ein RIT- Reflxintegrationstraining ab:

Die Ergebnisse eines Fragebogens (siehe unten), Sakkadenlesetest und Tenslay Zeichentest, geben Hinweise auf die Reife des Kindes. Entsprechend ihrer physiologischen Entwicklungsreihenfolge werden die frühkindlichen Reflexe nacheinander über das Reflexmuster überprüft und daraufhin das Bewegungstraining individuell für jedes Kind zusammengestellt.

Das RIT-Training dauert zwischen 6-12 Monate, wobei einmal im Monat eine Behandlungseinheit beim RIT- Trainer stattfindet. Noch aktive Reflexe werden dann mittels bestimmter Übungen integriert und durch aktive Übungen zuhause gefestigt. In einem Trainingsheft werden die Trainings durch das Kind dokumentiert. Die Übungen sind bildlich, schriftlich und mit einem Video (QR Code) dargestellt und ermöglichen so eine leichte Umsetzung im häuslichen Umfeld, sowie eine Qualitätssicherung.

Der tägliche Zeitaufwand beträgt 10-15min. Eine Unterstützung der Eltern ist hierbei erforderlich.

Bei folgenden Themen kann das RIT-Training zusätzlich unterstützend sein:

  • Abschreiben geht nur sehr langsam
  • Einhalten der Linien schwierig
  • Lesen fällt schwer
  • Verkrampfte Stifthaltung
  • Ungeschickter Umgang mit Messer und Gabel
  • Verwechslung wie 72 anstatt 27
  • Links- Rechts Unsicherheit/ wechselnder Handgebrauch
  • Unkonzentriertheit, Leicht ablenkbar
  • Körperliche Unruhe
  • Die Sitzhaltung ist mehr liegend als sitzend
  • Kind sitzt auf den Füßen
  • Schwierigkeiten in der Körperkoordination
  • Ungeschicktheit
  • Schwimmen lernen schwierig
  • Fein- und/oder grobmotorische Schwäche
  • Schreckhaft/ auf halb- Acht- Stellung

RIT-Musikstream

 

Stream zur lateralen Hemisphärenstimulation